KI-SICHTBARKEIT

KI im Marketing: Was der Mittelstand jetzt wissen muss

Von Marina Graf · Count Media, Osnabrück

Kurz beantwortet: Für mittelständische Betriebe sind zwei Entwicklungen relevant: Kunden stellen ihre Fragen zunehmend an KI-Systeme statt an Suchmaschinen, und diese Systeme empfehlen konkrete Anbieter. Wer dort nicht vorkommt, verliert Anfragen, ohne es zu merken – denn in der eigenen Statistik taucht diese verlorene Sichtbarkeit nicht auf.

Was sich für die Sichtbarkeit gerade ändert

Bei einer Google-Suche sehen Sie zehn Ergebnisse und entscheiden selbst. Bei einer KI-Antwort bekommen Sie eine Empfehlung – oft mit zwei oder drei Namen. Die Auswahl trifft das System, nicht mehr der Nutzer.

Das verändert die Spielregeln. Es geht nicht mehr nur darum, gefunden zu werden, sondern darum, als Antwort verwendet zu werden. Dafür müssen Informationen über Ihr Unternehmen eindeutig, konsistent und maschinell verwertbar vorliegen – Kriterien, die eine klassische Imagewebsite selten erfüllt.

Wo KI im Alltag hilft – und wo nicht

Im Tagesgeschäft ist KI stark bei Entwürfen, Ideensammlungen und Routinetexten. Sie spart Zeit bei allem, was strukturiert und wiederkehrend ist. Das gilt für Stellenanzeigen ebenso wie für Beitragsentwürfe.

Schwach ist sie überall dort, wo es auf Ihren spezifischen Betrieb ankommt: Ihre Referenzen, Ihre Region, Ihr Ton. Texte, die vollständig aus dem Modell kommen, klingen austauschbar – und Austauschbarkeit ist im lokalen Wettbewerb genau das Problem, das Sie lösen wollen.

Worauf es ankommt

Häufige Fragen

Teilweise. Man kann typische Kundenfragen in den Systemen testen und dokumentieren, ob und wie Ihr Unternehmen genannt wird. Eine offizielle Rangliste wie bei Google gibt es nicht.

Nein, sie baut darauf auf. Eine saubere technische Basis und gute Inhalte nutzen beiden. KI-Optimierung ergänzt die Struktur, die Sprachmodelle brauchen.

Die Nutzungszahlen der KI-Systeme sprechen dagegen. Unabhängig davon schadet keine der Maßnahmen: Wer für KI sauber aufgestellt ist, ist es auch für Google.

Über die Autorin: Marina Graf ist Gründerin von Count Media, der inhabergeführten Marketingagentur aus Osnabrück. Sie verantwortet Strategie, Social Media, Webseiten und KI-Optimierung.

Kommen Sie in KI-Antworten vor?

Wir testen für Sie typische Kundenfragen und zeigen Ihnen, wo Sie heute stehen.