Marina Graf·September 2026·Recruiting
Kurz beantwortet: Fast jeder Interessent recherchiert vor der Bewerbung: Google-Profil mit Bewertungen, Website, Social-Media-Kanäle und Arbeitgeberportale. Entscheidend sind dabei nicht Hochglanzaussagen, sondern Hinweise darauf, wie im Betrieb tatsächlich gearbeitet wird, und ob überhaupt jemand erkennbar ist.
Wer über eine Stelle nachdenkt, tippt den Firmennamen bei Google ein. Was dann erscheint, entscheidet über den nächsten Schritt: das Unternehmensprofil mit Bewertungen, die Website, vielleicht ein Social-Media-Kanal.
Diese Minuten laufen unbemerkt ab. Sie merken nichts davon, außer daran, dass keine Bewerbung eintrifft.
Der ehrlichste Test dauert zehn Minuten und folgt dem Weg, den jeder Bewerber geht: Google-Suche nach dem Betriebsnamen, was erscheint, wie viele Bewertungen, welche Fotos? Dann die Website, wird klar, was der Betrieb macht und für wen? Dann die Karriereseite, gibt es sie, zeigt sie Menschen, sagt sie, was ein neuer Kollege erwarten kann? Dann Instagram oder LinkedIn, letzter Beitrag wann, mit welchem Inhalt?
Dann die Stellenanzeige, klingt sie wie ein Mensch oder wie ein Formular? Und zuletzt der Bewerbungsprozess, wie viele Klicks, welche Pflichtfelder, wie schnell kommt eine Antwort? Wer diesen Weg als Fremder geht, sieht seinen Betrieb zum ersten Mal so, wie Bewerber ihn sehen. Meist ist danach klar, an welcher Station die Bewerbungen verloren gehen, und es ist selten die, die man vermutet hat.
Nach unserer Erfahrung in dieser Reihenfolge: Wie reden andere über den Betrieb? Sieht man Menschen oder nur Logos? Wirkt die Ausstattung zeitgemäß? Gibt es einen Namen, an den man sich wenden kann?
Gehalt steht selten vorn. Wer sicher beschäftigt ist, wechselt wegen Führung, Kollegen und Verlässlichkeit, nicht wegen zweihundert Euro.
Erstens: kein einziges Gesicht. Ein Betrieb ohne sichtbare Menschen wirkt wie ein Risiko, das niemand eingehen muss.
Zweitens: unbeantwortete negative Bewertungen. Nicht die Kritik schreckt ab, sondern das Schweigen darauf.
Drittens: ein Bewerbungsprozess, der Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse verlangt, bevor überhaupt ein Gespräch stattgefunden hat.
Bewerber suchen keine perfekten Betriebe, sondern nachvollziehbare. Ein Foto aus der Werkstatt sagt mehr als jede Formulierung über „familiäres Umfeld“.
Und: Geschwindigkeit. Wer sich meldet und drei Tage nichts hört, ist gedanklich weiter. Bei Fachkräften entscheiden 48 Stunden.
Aus der Praxis
Ein Muster, das uns oft begegnet: Betriebe investieren in Stellenanzeigen und wundern sich über ausbleibende Bewerbungen, während ihr Google-Profil seit zwei Jahren kein Foto bekommen hat und die letzte Bewertung unbeantwortet steht. Die Anzeige war nie das Problem.
Sie hilft, ersetzt aber nicht die Recherche außerhalb der eigenen Website. Bewertungen und Social-Media-Profile werden fast immer zusätzlich angesehen.
Aktiv und zum richtigen Zeitpunkt fragen, nach abgeschlossener Arbeit. Auch zufriedene Mitarbeitende dürfen bewerten, sofern sie es freiwillig tun.
Ein gepflegtes Profil mit Fotos wirkt sofort auf jeden, der ab dann recherchiert. Messbar wird es meist nach der ersten neuen Ausschreibung.
Lesetipp: Wie Bewerber Handwerksbetriebe und Praxen online wahrnehmen: Marketing für Handwerksbetriebe und Marketing für Praxen.
Über Count Media: Wir sind die inhabergeführte Marketingagentur mit Sitz in Osnabrück, deutschlandweit tätig. Strategie, Umsetzung und Technik aus einer Hand, von Website und Social Media über Performance Marketing bis Recruiting und KI-Optimierung.
Wir sehen es uns mit den Augen eines Kandidaten an und sagen Ihnen, was auffällt.

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