SOCIAL MEDIA

„Das kann doch jemand aus unserem Team nebenbei machen“: Kann er das wirklich?

Marina Graf·September 2026·Social Media

Kurz beantwortet: Interne Betreuung funktioniert, wenn die Person Zeit, ein Ziel, einen Plan und die Freiheit hat, Inhalte ohne lange Abstimmung zu veröffentlichen. Fehlt eines davon, passiert das, was in den meisten Betrieben passiert: Der Account startet mit Schwung und schläft nach sechs Wochen ein, weil das Tagesgeschäft immer wichtiger ist.

Was „nebenbei“ in der Praxis bedeutet

Nebenbei heißt: nach dem Telefon, nach dem Kundenprojekt, nach der Angebotskalkulation. Social Media steht in dieser Reihenfolge immer am Ende, und am Ende des Tages ist keine Zeit mehr. Das ist kein Vorwurf an die Mitarbeiterin, die es übernommen hat. Es ist die logische Folge einer Aufgabe ohne festen Platz.

Dazu kommt die fehlende Rückendeckung. Wer einen Beitrag veröffentlicht und dafür Rückfragen vom Chef bekommt („Muss das so?“), postet beim nächsten Mal vorsichtiger, oder gar nicht. Ohne klaren Rahmen wird Social Media zur Aufgabe, die niemand falsch machen will und deshalb niemand macht.

Wann interne Betreuung wirklich funktioniert

Es gibt Betriebe, bei denen es klappt. Sie haben drei Dinge gemeinsam: Die Person hat feste Stunden dafür, nicht „wenn Zeit ist“. Es gibt ein Ziel und einen Themenplan, damit nicht jede Woche neu überlegt wird. Und die Person darf veröffentlichen, ohne dass jeder Beitrag durch drei Freigaben geht.

Meist braucht es dazu eine Grundausstattung an Wissen: Was ist ein gutes Motiv, wie filmt man mit dem Handy brauchbar, was macht einen Text lesbar, welche Kennzahl zählt. Das lässt sich lernen, in einem Workshop schneller als über Monate Ausprobieren.

Die Mischform, die für die meisten passt

Zwischen „alles selbst“ und „alles abgeben“ liegt die Variante, die in den meisten Betrieben funktioniert: Das Team liefert Einblicke, Fotos und Themen aus dem Alltag, das kann niemand von außen. Planung, Texte, Gestaltung und Veröffentlichung übernimmt jemand, dessen Job das ist.

So bleibt der Account echt, ohne dass er am Tagesgeschäft scheitert. Wie viel davon intern bleibt und was extern läuft, hängt von Ihrem Team, Ihrem Ziel und dem gebuchten Paket ab, das lässt sich in einem Gespräch schnell klären.

Was passiert, wenn diese Person das Unternehmen verlässt

Wird Social Media von einer einzelnen Person nebenbei betreut, hängt der Kanal an dieser Person: Zugangsdaten, Themenwissen, Bildmaterial, Tonalität und gewachsene Routinen. Verlässt sie das Unternehmen oder wechselt die Aufgabe, steht der Kanal still, und oft kommt niemand mehr in den Account hinein.

Dagegen hilft wenig Aufwand mit großer Wirkung: Zugänge liegen beim Unternehmen und nicht bei privaten Konten, Fotos und Videos landen an einem gemeinsamen Ort, und die wichtigsten Regeln zu Sprache, Freigaben und Rhythmus stehen auf einer Seite Papier. Damit ist der Kanal übergabefähig, unabhängig davon, wer ihn gerade betreut.

Aus der Praxis

Die Geschichte ist fast immer gleich: Eine engagierte Mitarbeiterin übernimmt Instagram, die ersten Wochen laufen gut, dann kommt die Auftragsspitze, dann der Urlaub, dann die Frage „Wann hast du zuletzt gepostet?“. Wir sehen das nicht als Versagen der Person, sondern als Zeichen, dass die Aufgabe nie einen echten Platz im Betrieb hatte.

Worauf es ankommt

Häufige Fragen

Privat fit zu sein hilft beim Handling, ersetzt aber weder Ziel noch Plan noch Zeit. Mit einem Rahmen und etwas Anleitung kann das sehr gut funktionieren, ohne Rahmen endet es meist wie bei allen anderen.

Das hängt davon ab, welche Schritte extern laufen, von reiner Planung bis zur kompletten Produktion und Veröffentlichung. Im ersten Gespräch klären wir, welche Aufteilung für Ihren Betrieb sinnvoll ist.

Gerade dann. Ein Tag mit dem Team spart Monate des Ausprobierens und gibt der zuständigen Person die Sicherheit, die sie braucht, um regelmäßig zu veröffentlichen.

Lesetipp: Ob Social Media für Ihr Unternehmen überhaupt der richtige Kanal ist, klärt der Beitrag Braucht jedes Unternehmen Social Media. Was wir dabei übernehmen, steht auf unserer Seite Social Media Marketing.

Über Count Media: Wir sind die inhabergeführte Marketingagentur mit Sitz in Osnabrück, deutschlandweit tätig. Strategie, Umsetzung und Technik aus einer Hand, von Website und Social Media über Performance Marketing bis Recruiting und KI-Optimierung.

Intern, extern oder beides?

Wir schauen uns an, was Ihr Team leisten kann und will, und welche Aufteilung dafür sorgt, dass der Account nicht wieder einschläft.

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